Ethische Charta des Reisenden

Bei jeder Reise treffen sich zwei Kulturen…
Ob Reisender, Tourist oder Entdecker, wichtig ist es, zu wissen, dass wir nur Gäste sind...

 

Warum eine Charta aufstellen ?
Auf Reisen lassen wir uns leicht ein wenig von unserem „gewöhnlichen Verhalten“ abbringen, und in unseren Aktionen auf unseren Reisen können wir den „Menschen“ wieder finden.

 

Der gute Wille eines jeden, das Wohlwollen und die Teilnahme, die nicht in Frage gestellt oder kritisiert werden können, führen zeitweise zu Übertreibungen. Man sieht dies an einer gewissen Blindheit, die im Gegensatz zu unserer Sorge steht, unseren Einfluss durch unsere Reise auf Land und Leute zu minimieren. Am Ende lässt dieses positiv gemeinte Mitgefühl ein Verhalten entstehen, das Bettelei und Eifersucht hervorruft, nachdem die Freude am „kulturellen“ Austausch nur von kurzer Dauer war.
Wir sollten als Ziel gegenüber der Aggression, welche von der - so genannten - zivilisierten Welt, bzw. dem Massentourismus ausgeht, den Schutz und Respekt gegenüber den Menschen und ihrer Umwelt haben. Während jeder Reise hat ein jeder irgendwann das Bedürfnis zu mindest etwas zu helfen, zu geben, teilzuhaben… die Gründe sind privat, und oft berechtigt.
Es steht außer Frage dagegen einzuschreiten, doch wir sollten unseren Blick immer auf den Ausgang solcher Aktionen richten, und vielleicht anders handeln.

 

Das Geschenk :

 

Geschenke und Gaben sind keine unschuldigen Gesten. Sie können geringschätzig oder deplatziert sein. Trinkgelder, Geschenke oder „Mitgebrachtes“, die das Niveau des Allgemeinwesens eines Landes überschreiten, können das ökonomische Gleichgewicht durcheinander bringen.

 

Wie entscheide ich, an wen ich ein Geschenk gebe? An einen Erwachsenen, an ein Kind?

 

Materielle Geschenke oder Gebrauchsutensilien sollten immer innerhalb der jeweiligen Struktur an eine verantwortliche Person überreicht werden, oder an das älteste Kind.
Geben Sie ein Geschenk als Gegenleistung, wie zum Beispiel die Erlaubnis fotografieren zu dürfen, oder Ähnliches. Geschenke sollten zudem immer diskret überreicht werden.

 

Unser Reichtum :

 

Ein „zur Schau“ stellen unserer persönlichen Reichtümer wie wertvoller Schmuck oder Uhren, niemals erschwinglich für einen Großteil der Bevölkerung, ist, wenn möglich, zu vermeiden. Niemand will Neid erzeugen, aber auch ein Reisender ist in den Augen der, an materiellen Dingen, armen Bevölkerung „nur“ ein Tourist, der weit gereist ist, und somit reich.

 

Medikamente :

 

Mitgebrachte Dinge können zu einer Gefahr werden, da ihre Verteilung eher zufällig geschieht. In diese Kategorie fallen Medikamente.
Die „Beschenkten“ wissen nicht, wie oder wann sie das Medikament anwenden sollen, oder können. Dies hat zum Teil schwerwiegende Folgen und sollte daher den Krankenhäusern, medizinischen Stationen und Ärzten überlassen werden (von denen Spenden immer gerne angenommen werden).

 

Lebensmittel :

 

Wir, die wir im Überfluss leben, haben als erste Reaktion das Bedürfnis, einen Teil unserer Lebensmittel zu verteilen. Allerdings ernährt sich nicht jeder Einheimische wie wir, die wir auf der Reise sind. Mehl, Öl oder Getreideprodukte helfen mehr, als Alkohol und Zucker !

 

L’interventionnisme :

 

La découverte de l’autre et l’échange prime sur la transmission de "savoirs". Il est plus souvent préférable d’écouter des points de vues différents de nos normes et de prendre en considération le style de vie locale. Essayons d'oublier pour un temps nos propres habitudes.

 

Wasser :

 

Trinkwasser ist ein rares Gut, welches man mit Achtsamkeit bedenken sollte!
Wenn möglich, benutzen Sie phosphatfreie Waschmittel und biologisch abbaubare Seife. Versuchen Sie, die lokalen Strukturen, wie Toiletten oder Waschmöglichkeiten zu benutzen, verschmutzen Sie nicht –wenn auch unbeabsichtigt- Trinkwasser, welches für uns vielleicht nicht trinkbar erscheint.

 

Bitten Sie stets um Erlaubnis, einen Brunnen oder eine Pumpe benutzen zu dürfen, und gehen Sie mit dem „Geschenk“ respektvoll um.

 

Fotografieren :

 

Vergessen wir nicht, erst mit unseren Augen und unserem Herzen zu sehen! Das Objektiv gibt nur die Illusion einer Beziehung zwischen dem Touristen/Fotografen und dem fotografierten Objekt wieder.
Fotos oder Videos werden von den verschiedenen Kulturen nicht gleichermaßen aufgenommen. Die beste Entscheidung ist es, hierbei immer bereit zu sein, das „Jahrhundertfoto sausen zu lassen“. Nur um Erlaubnis zu fragen, reicht oft nicht aus. Besser ist es, erst eine Beziehung herzustellen! Handeln Sie den „Preis“ für ein Foto stets im Voraus aus. Es darf nicht in Bettelei ausarten, und die Verantwortung hierfür liegt allein bei uns.

 

Der Tausch eines Fotos gegen Geld sollte nicht stattfinden !

 

Geben Sie nicht das Versprechen, ein Foto zuzuschicken, wenn Sie es nicht einhalten können. Aber zeigen Sie die gemachten Fotos, und Sie werden eine große Zuschauerzahl lachend um sich versammeln.

 

Parks und Schutzgebiete :


Es ist wichtig, die Regeln in den Parks und geschützten Gebieten zu respektieren und einzuhalten.
Eintrittsgelder ermöglichen den Schutz und den Erhalt der Gebiete, ihren Sehenswürdigkeiten und Kreaturen.
Der Erhalt einer Quittung unterstützt den Fluss des Geldes in die entsprechenden Fonds.


Die Observation der Tiere darf nicht zu einer Veränderung in ihrem natürlichen Verhalten führen, oder ihr alltägliches Leben beeinträchtigen. Es ist besser, Abstand zu halten, und den Tieren ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, sowie den Geräuschpegel auf ein Minimum zu beschränken. Wilde Tiere sollen nicht gefüttert werden. Das Füttern von Affen beispielsweise, kann zu einer gefährlichen Aktion ausarten, da diese „possierlichen Wesen“ dazu neigen, mehr zu wollen, als ihnen gegeben wird. Am Ende stehen wir einer aggressiven, diebischen Kreatur gegenüber, die uns ihre beachtlichen Zähne zeigt.

 

Unser Abfall :

 

Die durchquerten Gebiete, auch wenn sie unüberschaubar weit sind, dürfen nicht zur Müllabladefläche verkommen. Wir dürfen keine Spuren zurücklassen.
Einige Abfälle können schnell und einfach verbrannt werden. Andere werden von der einheimischen Bevölkerung gerne begutachtet, und teilweise zu Gebrauchsutensilien umgearbeitet..

 

Das Kulturerbe :

 

Das Kulturerbe eines jeden Landes ist einzigartig und nicht ersetzbar! Simple Gesten, wie das mit der Hand über eine Freske streichen, oder sich gegen einen Felsen mit uralten Gravuren lehnen, sind inakzeptabel und gehören in die Kategorie „Zerstörung“. Das einfache kurze Überlegen, wo Sie Ihren Rucksack abstellen kann wichtig sein. In der Reihe der Zerstörung von Kulturerben liegt das Mitnehmen von archäologischen oder kulturellen Objekten mit historischem oder symbolischem Wert weit vorn.

 

Das Aufeinandertreffen von Wertesystemen
Der erste Austausch von gegenseitigem Wissen kann eine Bereicherung unserer eigenen Werte darstellen. Vergessen wir für einen Moment unsere europäischen Normen und richten unseren Blick auf die unseres Gegenübers, eröffnet sich uns ein neuer Blickwinkel auf eine bis dahin unbekannte Gemeinschaft.

 

Wir, in unserer Funktion als Reiseveranstalter, leben eine eigene Philosophie, die den Respekt gegenüber des Menschen, der Natur und des Kulturerbes beinhaltet. Wir glauben nicht, dass es einen schlechten Touristen gibt, jedoch sehr oft schlecht informierte Reisende.
Wir wünschen uns, dass wir, während wir Sie begleiten, zusammen mit Ihnen die Autoren eines verantwortungsvollen, solidarischen Tourismus sind.
Nur menschliche Wärme und ein Lächeln dürfen auf unseren Pfaden zurückbleiben!

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